GAG-Layer

Ein wenig Anatomie zum Thema "GAG-Layer" in der Harnblase, meine freie Übersetzung von Auszügen aus dem Vortrag von Prof.Dr. Theoharides.

Dr. phil Dr. med Theoharis Theoharides, Professor für Pharmakologie und experimentelle Therapeutica, TUFTS University, Boston, MA

Quelle: http://www.ic-network.com/guestlectures/theoharides1205.html

Innerhalb der Harnblase liegt über der Schleimhautschicht ein schützender Film, eine Art Schleim, der GAG-Layer genannt wird. Wenn der beschädigt ist, dann folgt ein Ablauf, der weitere Entzündungen nach sich zieht.

Das GAG-Layer ist aus Molekülen aufgebaut, die sich Glykosaminoglykane nennen. Wir können sie uns als eine Art Fortsätze vorstellen, die frei vor der Blasenwand floaten und sich miteinander verknüpfen. Daher ergibt sich der Eindruck von Schleim. Aber es ist nicht einfach Schleim. Diese Schicht besteht in der Hauptsache aus zwei Molekülen, Chondroitinsulfat und Natrium-Hyaluronate. Wegen ihres Schwefelgehaltes sind sie negativ geladen und stoßen Wasser ab. Sie stoßen ebenfalls alles ab, das im Urin sein könnte und der Blasenwand schaden könnte.

Unterhalb des GAG-Layer sind die Zellen, die die oberste Schicht der Blase ausmachen, das Urothelium. Diese sind eng miteinander verbunden und lassen nichts durch, selbst wenn es durch das GAG-Layer gelangt sein könnte.

Bei IC, aus Gründen, die wir nicht verstehen, sind sowohl das GAG-Layer als auch das darunterliegende Urothelium nicht in Ordnung. Es konnte noch kein Auslöser für diese Störung gefunden werden. Er könnte sowohl aus dem Urin als auch von innerhalb der Blasenwand kommen.

Wenn der Verursacher im Urin zu suchen ist, dann könnten es schädliche Moleküle sein oder wiederholte, geringfügige (subklinische) Infektionen, auch wenn IC niemals mit einem Typ von ausgeprägter Infektion in Verbindung gebracht wurde. Aber geringfügige andauernde Irritationen von zahlreichen Harnwegsinfekten über die Jahre könnten das GAG-Layer schwächen.

...
Trigger (für Harndrang und Schmerzen ohne Infektion) aus dem Inneren des Körpers könnte z.B. die Aktivierung der Blasennerven sein, die in einer Region aus dem Rückmark entspringen, wo auch Nerven entspringen, die wegen einer Darmentzündung wie z.B. Appendizitis gereizt sein können. Wenn diese Nerven aktiviert sind, dann setzen sie Moleküle frei, die eine Entzündung in der Blase anregen können und die Blasenwand vom Körperinneren her nach außen (in Richtung des schützenden GAG-Layers) beschädigen können.

Ich sehe zahlreiche Vorgänge, die zu Darmentzündungen führen können: Angefangen von Zöliakie, der Unverträglichkeit von Gluten, über zahlreiche weitere Nahrungsmittelunverträglichkeiten, bei denen Milch immer einen wichtigen Faktor darstellen dürfte, bis hin zu Malabsorptionen von z.B. Laktose und Fruktose, die jüngst festgestellt werden. Mein Rat daher bei anhaltenden Problemen der Harnblase (ob mit oder ohne Infektion), in die Richtung Unverträglichkeit denken und die entsprechenden Verursacher versuchen herauszufinden.

http://www.lebensmittelallergie.info/

http://www.zoeliakie-treff.de/

Sehr interessanter Artikel zum Thema Sprue – die vielen Gesichter der glutensensitiven Enteropathie im Ärzteblatt 98, Ausgabe 49 vom 07.12.2001.

Das klinische Spektrum der Sprue des Erwachsenen hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Bei weniger als 50 Prozent der Patienten bestehen keine gastrointestinalen Symptome. Zu den atypischen Formen im Erwachsenenalter zählen:
  • - Dermatitis herpetiformis Duhring
  • - Eisenmangelanämie
  • - Kleinwuchs
  • - Zahnschmelzhypoplasie
  • - Arthritis und Arthralgien
  • - Chronische Hepatitis und Transaminasenerhöhung
  • - Osteoporose
  • - Neurologische Symptome
  • - Andere extraintestinale Symptome wie Abortneigung und Infertilität. (2)
Mehrfach wurde über unspezifische Transaminasenerhöhungen als erste oder einzige Laborabnormalität bei Patienten mit Sprue berichtet. Unter einer glutenfreien Diät kam es zu einer völligen Normalisierung von Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT) und Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT) (1, 2, 5).

Ebenfalls hochinteressant: Ist Gluten ein Nahrungsmittelgift?



Nach Drucklegung des Buches hinzugekommene Informationen:

Nicht empfehlenswerte Strategien zur Behandlung von Problemen der Harnblase

Was man versuchen könnte, und was Mut macht.

Lactose, einmal anders gesehen

neue Rubrik: FAQs, die häufigsten Fragen

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