Histamin ist ein biogenes Amin, das beim enzymatischen Abbau des Histidin durch Enzyme entsteht! Dieser Prozess wird auch bewusst bei der Reifung von bestimmten Lebensmitteln in Kauf genommen (geräucherte Wurstwaren, bestimmte Käsesorten, Bier, etc.). Mit zunehmender Lagerdauer, aber auch durch bestimmte Verarbeitungsprozesse, wie Fermentation (z.B. Sauerkraut) steigt der Histamingehalt in Nahrungsmitteln rasch an.
Sir Henry Dale stellte erstmals die Ähnlichkeit der Histaminwirkungen zu Symptomen einer allergischen Reaktion fest. 1973 wurde über Histaminvergiftung durch Verzehr von Thunfischkonserven berichtet (M. Merson et al, JAMA 1974). Ein hoher Histamingehalt ist aber auch ein Zeichen von (bakteriellem) Verderb einer Speise.

In unserem Organismus wird ständig Histamin in Granula (spezielle bläschenförmige “Aufbewahrungsbehälter“ für Histamin), in Mastzellen und in speziellen weißen Blutkörperchen (basophilen Leukozyten) gebildet und gespeichert. Die Histaminvorräte des Körpers werden aber, wenn wir gesund sind, ständig in einem unbedenklichen Bereich gehalten. Solange wir gesund sind, herrscht also zwischen Zufuhr, Bildung und Abbau ein Gleichgewicht vor! Histamin hat viele, sehr wichtige positive Wirkungen im Körper, z.b. bei der Wundheilung, im Rahmen von Immunreaktionen, als ein Signalüberträger, „Neurotransmitter“ für Nervenzellen. Histamin steuert damit im Gehirn so unterschiedliche Funktionen wie Aufmerksamkeit, Schlaf, Appetit Bei allergischen Reaktionen (und anderen, auch nichtallergischen Signalreizen, die auf Mastzellen einwirken) wird -unter anderem- Histamin freigesetzt, und ist damit der typische Auslöser von unerwünschten, rasch auftretenden Reaktionen.

Dr. Heinz Kofler

Herrscht im Körper ein gesundes Gleichgewicht zwischen Bildung von Histamin/Zufuhr von Histamin durch Nahrung und dem Abbau dieses Histamins, dann sind wir wahrscheinlich beschwerdefrei. Bei einem Ungleichgewicht jedoch durch zu hohe Zufuhr und/oder zu geringen Abbau, sind unerwünschte Reaktionen wahrscheinlich.
Diese können sich auch in der Harnblase abspielen.

Dort können Infektionen, vor allem wiederkehrende, die Folge von Entzündungen sein.

Es muss keine bakterielle Infektion vorliegen, damit eine Patientin den Eindruck hat, eine Blasenentzündung zu haben.
Solch eine Entzündung kann auch hervorgerufen werden durch z.B.
- den Kontakt mit Allergenen im Urin (Methylhistamin)
- niedrigen pH (chemischer Reiz) im Urin (macht übrigens auch Harndrang)

Ist die Blasenschleimhaut aus den obigen Gründen gereizt/entzündet, dann kann sie sich schlechter verteidigen gegen eingedrungene Bakterien. Eine Infektion kann der geringgradigen Entzündung folgen, und als Folge der Infektion verstärkt sich dann die Entzündung.

Mit einem Antihistaminikum kann man mit Glück (und wenn es verträglich ist) die geringgradige Entzündung erfolgreich bekämpfen und mit Ausspülen die Bakterien wieder herausbekommen.
Wenn man Pech hat, entwickelt sich die Infektion.

Ratschlag daher an betroffene Frauen:

  • mit dem Meiden seiner persönlichen Allergene kann man die unterschwellige Entzündung der Schleimhäute der Harnblase abmildern
  • als Folge kann sich die Abwehrfähigkeit gegen Bakterien verbessern
  • man kann versuchen - Histamin-Zufuhr durch die Nahrung zu vermeiden - seine Allergene zu vermeiden - chemische (pH-Wert) und mechanische Reize zu vermeiden -
  • schafft man dies nicht, dann hilft vielleicht, seiner Blase NUR EINEN oder möglichst wenige dieser negativen Reize zuzumuten.
  • 

    Nach Drucklegung des Buches hinzugekommene Informationen:

    Nicht empfehlenswerte Strategien zur Behandlung von Problemen der Harnblase

    Was man versuchen könnte, und was Mut macht.

    Lactose, einmal anders gesehen

    neue Rubrik: FAQs, die häufigsten Fragen

    Neues aus der Forschung

    Zuschriften an den Verlag

    Harnröhrenschmerzen

    Männerproblem, behebbar durch Basenpulver

    Was "wuselt" denn da?

    Und die,"die schon durch alle AB's durch sind."?

    Hilft Pentosanpolyphosphat?

    Drangsymptomatik und Schmerzen nach Milchprodukten

    Spätfolgen von Antibiotika

    Zu Blasenerkrankungen und verbreiteten Medikamenten:
    Amitryptilin nicht bei Histaminüberempfindlichkeit

    Ursachen von Harnwegsproblemen heute:
    Beschädigung des GAG-Layers

    Begleiterkrankungen von chronischen Harnwegsinfekten, bzw. der Interstitiellen Cystitis

    IC und die Kaliumfrage, meine Einschätzung vieler Basenpulver



    Valid XHTML 1.0 Strict! Valid CSS!