WIRKUNGSLOSE ANTIBIOTIKA

Leichtes Spiel für die Superkeime

Im Kampf gegen Bakterien fühlte sich der Mensch schon als Gewinner, doch der Triumph war wohl voreilig: Forscher warnen vor vielfach resistenten Krankheitserregern, gegen die kein Mittel mehr hilft. Sie raffen auch junge, bisher gesunde Menschen hinweg - wie jüngst ein 20-jähriges Model.
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Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus

Sehr gute Informationen sind hier zu finden.
Absolut empfehlenswert vor allem für die, "die schon durch alle AB's durch sind."

danke fuer bericht. eine sehr gefaerliche angelegenheit,besonders fuer die, die schon durch alle AB's durch sind.

Ich neige übrigens eher zu der Bezeichnung Multiresistenter Staphylococcus aureus, die auch gebräuchlich ist.



Es ist nicht möglich, "einem Patienten eine Heilungsgarantie zu geben"

Wichtig ist besonders, dass man die Medikamente so lange einnimmt, wie sie der Arzt verordnet hat. Manche Entzündungsarten, z.B. die unkomplizierte Harnblasenentzündung der Frau, müssen nur kurzzeitig behandelt werden. Bei schweren Infektionen muss länger behandelt werden. Selbst wenn die Beschwerden vielleicht schon völlig verschwunden sind, bezweckt der Arzt mit der längeren Behandlungsdauer eine sichere Ausheilung mit vollständiger Abtötung aller Erreger, z.B. bei stark vereiterten Entzündungsherden. Wird bei Eintreten der Beschwerdefreiheit vorzeitig die Behandlung abgebrochen, ist in vielen Fällen mit einer Wiederkehr desselben Erregers und der Beschwerden zu rechnen. Leider ist die Zuverlässigkeit bei der Einnahme von Medikamenten recht unterschiedlich. Bis zu einem Fünftel der Patienten nimmt die verordneten Antibiotika überhaupt nicht und nur ein Drittel vorschriftsmäßig ein.
Es gibt kein Antibiotikum, das alle für eine Harnwegsentzündung in Frage kommenden Bakterien abtöten kann. Deswegen ist es dem Arzt auch nicht möglich, einem Patienten eine Heilungsgarantie zu geben. In der Regel werden vor Beginn einer Antibiotikabehandlung Urinkulturen angelegt, deren Ergebnisse aber erst nach etwa 2 - 3 Tagen vorliegen. Falls die Erstbehandlung nicht angesprochen hat, kann entsprechend dem Ergebnis der Kultur gezielt ein anderes Antibiotikum verabreicht werden.
Nimmt der Patient sein Antibiotikum ausreichend lang ein und kommt es trotzdem nicht zum Verschwinden der Beschwerden, dann kann dies zum einen daran liegen, dass das Medikament nicht ausreichend aus dem Darm aufgenommen wird oder auch dass während der Behandlung eine Unempfindlichkeit (Resistenz) der Bakterien gegenüber dem eingenommenen Antibiotikum aufgetreten ist.

Gefunden auf dem Urologenportal

Wenn Antibiotika nicht alle Bakterien vernichten können, dann liegt doch die Haupt- oder Restleistung beim Immunsystem. Sollte man es nicht eher stärken, als durch ständige Antibiotika weiter zu schwächen?
Wenn Bakterien so schnell Resistenzen auf Antibiotika entwickeln, ist dann nicht mehr Vorsicht geboten, als man derzeit walten läßt?
Wichtig ist laut dem Urologenportal insbesondere eine ausreichend lange Einnahme ! ? Übrigens findet man auf der zitierten Seite im folgenden:

Die Gefahr einer Resistenzentwicklung ist bei der Kurzzeittherapie geringer als bei einer längeren Therapie. Außerdem treten auch weniger Nebenwirkungen auf.

Und wie verträgt sich das mit der zuvor empfohlenen "ausreichend langen Einnahme" ?
Kann es sein, dass Frauen hier sehenden Auges in schlimmere Erkrankungen getrieben werden?

Lesen Sie zu den Erfahrungen mit Antibiotika Nadjas Bericht.

Antibiotika wirken nicht mehr

Es ist sehr fraglich, ob die "neue" Strategie, eine "Harnröhrenentzündung" mit Antibiotika zu behandeln, mehr bringt als weitere Antibotikaschäden bei Patienten und Steigerung der Resistenzen von Bakterien gegen Antibiotika, selbst wenn die Behandlung "state of the art" erfolgt mit Antibiogramm und Harnröhrenabstrich. Übrigens ist das Behandlungsschema alles andere als neu: Bereits vor 10 Jahren war die Diagnose von Chlamydien in der Harnröhre (oder auch nicht, wenn die Anzucht nicht gelang) und die folgende Behandlung mit Doxycyclin (ggf. auf Verdacht) Standard.
Schauen Sie die jüngsten Erfahrungen:

Urologe leider völlig unfähig, nur Urinprobe genommen, nichts gefunden, Fall war klar: ist nur eine Reizung, keine Entzündung, ich geb ihnen trotzdem ein AB!!! Nach zwei Wochen wieder da, diesmal Vertretung... genau das gleiche.....
Mir wird eine Urologin empfohlen, ich sofort hin. Die kommt als erste auf die Idee, einen Harnröhrenabstrich zu machen und findet Streptokokken, aber nur sehr wenige (ich hatte grad meine Tage und da sind die Beschwerden meistens fast weg). Ich bekomme nach Antibiogramm ein AB und ne riesen Portion Hoffnung. Hilft nix. Wieder hin, Bakterien plötzlich im urin, anderes AB. Hilft nix, im nächsten Abstrich viele Streptokokken, anderes AB. Hilft!!! Aber nach einer Woche nach Einnahme gingen die Beschwerden wieder los. Hab mir jetzt vor zwei Wochen die Mandeln rausnehmen lassen, da der dauernde Entzündungsherd wohl nur das Immunsystem schwächt und soll jetzt bald eine Strovac-Impfung bekommen, obwohl die ja eigentlich nicht gegen Streptokokken hilft.
Ich bin absolut am Ende mit den Nerven, ich habe seit Anfang des jahres fast durchgehend ABs bekommen, keine meiner Tabletten wirken mehr und meine Harnröhre brennt ständig! Morgens ist immer fast alles gut, erst Abends wirds schlimmer!.....

12.3.08, gefunden hier:

Rumpel-Hanni schreibt am 3.12.07 um 13.41:

die neuen Antibiotika helfen nicht, ich habe nach wie vor Beschwerden.
..... Ach noch was, mir ist aufgefallen, dass ich "gute" und "schlechte" Tage habe und meine Beschwerden zwar immer vorhanden, an manchen Tagen jedoch erträglicher als an anderen sind. Gibt es dieses schubweise Auftreten von Schmerzen tatsächlich oder bilde ich mir das nur ein?

Wenn das mal nicht mit der Ernährung zu tun hat, immerhin isst man ja an manchen Tagen anderes als an anderen. ;-)

gefunden im IC-Forum

Im Med1-Forum schreibt der User Senseless78:

habe jetzt das 4 Ab hintereinander nichts hilft mehr, habe nun Cotrim Forte auf gut glück bekommen, das hatte ich länger nimmer, was macht man denn wenn nichts mehr wirkt, hat jemand das selbe Problem werd hier noch verrückt.

Er/sie wird beschwichtigt von Marblase:

Hallo senseless
Mach Dich erstmal nicht verrückt. Dass ein Antibiogramm gemacht wird, ist nicht so ungewöhnlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass kein AB mehr wirkt. Sicher wirst Du schon einige Resistenzen haben, aber es gibt auch sehr viele ABs und immer wieder neue. Es kann sein, dass die Abs dann nicht mehr so gut und schnell wirken wie es einmal war, aber es wird sicher noch welche geben, die grundsätzlich helfen. Warte erstmal das Antibiogramm ab, mach Dir nicht zu viele Sorgen.
marblase

gefunden hier

Marblases ziemlich blauäugige Beschwichtigungen muss man vor diesem Hintergrund sehen:

Hilflos bei Infektionen? - Antibiotika verlieren ihre Wirksamkeit

Pharmaforschung konzentriert sich auf chronische Erkrankungen

Die goldenen Jahre der Antibiotika Entwicklung, die mit Entdeckung des Penicillins und des Prontosils ihren Anfang nahmen, sind vorbei.

Ihren Höhepunkt erreichten sie mit der Entwicklung der Cephalosporine der 3. Generation wie des Cefotaxims durch die nicht mehr existierende Firma Hoechst im Jahre 1979, ein Antibiotikum mit einer fantastischen Wirksamkeit gegen fast alle Krankenhaus-Problemkeime, von den Staphylokokken abgesehen. Auch hier heisst es: Vorbei. Der weitverbreitete und oftmals unkritische Einsatz hat auch hier zu erheblichen Resistenzen geführt. Ebenfalls die Chinolone oder Gyrase-Hemmer, die bereits erwähnt wurden.

Mit der Entwicklunge der Peneme ist diese Entwicklung zum Abschluss gekommen. Neue Antibiotika befinden sich nicht in der Pipeline der forschenden Pharmaindustrie. Damit lässt sich einfach nicht genug Geld verdienen. Die Entwicklung eines Medikaments kostet 500 Millionen US Dollar, 8 von 10 Medikamenten schaffen es nicht bis zum Verbraucher, oftmals wegen der unakzeptablen Nebenwirkungen.

Zum Vergleich: die Entwicklung von Cefalosporinen der 3. Generation bewegte sic h im Bereich von 50 Millionen US Dollar. Entwicklungskosten, die im Bereich von mehreren Hundert Millionen Dollar liegen lohnen sich beispielsweise bei Krebserkrankungen, wo es zum mehrfachen Einsatz bei demselben Patienten kommt (mehrere Therapiezyklen), oder wie bei chronischen Erkrankungen (Diabets, Rheuma) zum Dauereinsatz und nicht wie bei den Antibiotika für nur wenige Tage.

Quelle:

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V.: Neue Forschungserfolge bei Antibiotika, 10.08.2006

Forschende Pharmaunternehmen halten den Vorsprung vor resistenten Erregern

hier:

Bezieht sich auf diese Presseerklärung:

Der VFA zur Forschung Infektionskrankheiten:

Infektionskrankheiten in Entwicklungsländern

Schon bis 2011 könnten immerhin 10 Medikamente forschender Pharmaunternehmen eine Zulassung erhalten, die speziell gegen Infektionskrankheiten der Entwicklungsländer entwickelt wurden. Das Engagement für neue Medikamente dieser Art ist aber längst weitaus umfangreicher und dürfte nach 2011 ein Mehrfaches an Ergebnissen zeigen.

Quelle:

Man beachte die schwammige Formulierung. Das bedeutet, dass tatsächlich nichts für die in den entwickelten Industrieländern vorkommenden Infektionen in der Pipeline, das heisst in der Entwicklung bis zur Markteinführung ist.

Und hier noch die übliche Massenmedien-PR. In wessen Interesse denn nun eigentlich? In dem der Pharmaunternehmen, die offen zum Ausdruck bringen, dass nichts in der Pipeline ist?

Vier Irrtümer und um Antibiotika





Mancer Blödsinn ist nicht auszurotten

Das

Generell sollte Urin aber eher sauer sein, weil das Bakterien fern hält.
ist Quatsch.

Gefunden hier: Muss Urin basisch sein?

Zur Information die Zusammensetzung von Basica hier:





Heute schon geweint?

Ohne Worte.

Operativer Eingriff als Methode gegen ständige Blasenentzündungen

Worte versagen.





Neuigkeit: Silberblase

Um Silberionen gezielt in der Blase freizusetzen, entwickelten die Wissenschaftler das Modell eines temporären Implantats. Dieses Templantat ist zunächst röhrenförmig und kann aufgrund seiner geringen Größe leicht über die Harnröhre in die Blase eingeführt werden. Einmal in der Blase angekommen, entfaltet es sich dann zu seiner endgültigen Form und Größe. Das Templantat besteht aus einem spezifischen Trägermaterial und sogenanntem Nanosilber: Silberpartikel in der Größe von einem millionstel Millimeter. Das Trägermaterial ist so aufgebaut, dass es sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums auflöst. Dies hat den Vorteil, dass das Implantat nicht wieder entfernt werden muss. Während sich das Templantat in der Blase befindet, gibt das Nanosilber kontinuierlich Silberionen ab. Dadurch bleibt ein bakterienfeindliches Milieu über längere Zeit in der Blase bestehen. Harnwegsinfektionen könnten so gar nicht erst entstehen und sogar chronische Entzündungen wären erstmals nachhaltig heilbar.

Quelle: http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/1436.php

Versuchskaninchen gesucht! ;-)





Heute schon gelacht?

Zwerchfellkitzelnd:

Oeko-Test Forum

Man beachte das extrem großzügige Personalaufgebot, das gegen die "Übersäuerung" argumentiert. Einerseits kann ich diese Apologeten der Nicht-Existenz von "Übersäuerung" ja verstehen. Für dieses naturheilkundliche Konzept wird tatsächlich oft in esoterisch anmutender Art und Weise argumentiert. Trägt man aber die in der Fachliteratur auffindbaren Informationen zur Nieren-Physiologie in einer qualifizierten Bestandsaufnahme zusammen, dann macht dieser naturheilkundliche Begriff schon Sinn. Mein Buch tut dies. In allgemeinverständlicher Art.



Nach Drucklegung des Buches hinzugekommene Informationen:

Nicht empfehlenswerte Strategien zur Behandlung von Problemen der Harnblase

Was man versuchen könnte, und was Mut macht.

Lactose, einmal anders gesehen

neue Rubrik: FAQs, die häufigsten Fragen

Neues aus der Forschung

Zuschriften an den Verlag

Harnröhrenschmerzen

Männerproblem, behebbar durch Basenpulver

Was "wuselt" denn da?

Und die,"die schon durch alle AB's durch sind."?

Hilft Pentosanpolyphosphat?

Drangsymptomatik und Schmerzen nach Milchprodukten

Spätfolgen von Antibiotika

Zu Blasenerkrankungen und verbreiteten Medikamenten:
Amitryptilin nicht bei Histaminüberempfindlichkeit

Ursachen von Harnwegsproblemen heute:
Beschädigung des GAG-Layers

Begleiterkrankungen von chronischen Harnwegsinfekten, bzw. der Interstitiellen Cystitis

IC und die Kaliumfrage, meine Einschätzung vieler Basenpulver



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