Kaliumchlorid-Test oder Potassium-Sensitivity-Test

Eine modernere Untersuchungsmethode auf der Fahndung nach IC ist die in Deutschland Kaliumchlorid-Test und in USA Potassium-Sensitivity-Test genannte Vorgehensweise.

Dabei wird die Blase mit einer Kaliumchlorid-Lösung gefüllt, die Kalium und Chlorid in Konzentrationen enthält (0,4 molar) , die stärker sind als die in Körperflüssigkeiten vorhandenen. Nach der Veröffentlichung des Urhebers dieses Tests, C Lowell Parsons, reagierten sowohl gesunde Kontrollpersonen als auch solche mit einfachen Harnwegsinfekten nicht auf diesen Test, jedoch die Patienten, die mit IC diagnostiziert wurden. (C Lowell Parsons et al: The Role of Urinary Potassium in the Pathogenesis and Diagnosis of Interstitial Cystitis, J Urol,1998, Vol 159: S. 1862-67)

Man weiß seit Mitte der sechziger Jahre, dass Kaliumchlorid auf menschlichen Schleimhäuten Geschwüre (engl. Ulcer) auslöst. Es als einen neuerdings so genannten "Potassium Sensitivity Test", Kalium-Empfindlichkeits-Test einzusetzen, ist mehr als fragwürdig, um es höflich auszudrücken.

Wer das nachlesen möchte: British Medical Journal, 25. Dec. 1965, S. 1546

Besonders erschreckend ist der Gebrauch, der von der Arbeit von Parsons und der These von Urinary "Potassium Sensitivity" (Empfindlichkeit der Blase gegen Kalium) gemacht wird: Diese These wird benützt, um vor kaliumreicher (pflanzlicher) Ernährung zu warnen. Das steht in völligem Gegensatz zu allen modernen Empfehlungen der Ernährungswissenschaft.

Man kann das Ganze jedoch auch anders sehen: Dass Kalium-Ionen in die Blasenwand einwandern, ist nicht das Problem. Probleme macht, was in der Blase übrigbleibt vom Kaliumchlorid, bzw. von den Zellen im Tausch für das in die Zelle einwandernde Kalium abgegeben wird.

Vermutlich sind die geschrumpften (Blasenvolumen, ein Symptom, das auf IC hindeutet) Blasenzellen kaliumverarmt und nehmen daher "begierig" Kalium auf; dafür geben sie Protonen ab, die sie zuvor wegen Übersäuerung der Umgebung im Tausch gegen Kaliumionen abgegeben hatten. Diese Protonen, die dann mit dem Chlorid aus der Testlösung in der Blase verbleiben, machen das Problem. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, wonach ein niedriger pH-Wert (viele Protonen) in der Blase sowohl Harndrang als auch Inkontinenz auslösen kann.

Das ist natürlich nur meine Theorie, aber vielleicht von Interesse für jeden, der erwägt, sich dieser Diagnostik zu unterziehen.



Nach Drucklegung des Buches hinzugekommene Informationen:

Nicht empfehlenswerte Strategien zur Behandlung von Problemen der Harnblase

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