IC-Diagnostik: Hydrodistension

Die wichtigste Untersuchung zur Feststellung einer Interstitiellen Zystitis ist die "Zystoskopie in Hydrodistension", die Blasenspiegelung bei mit Wasser überdehnter Blase.

Nach einer normalen Blasenspiegelung, bei der zunächst nach Auffälligkeiten in der Schleimhautoberfläche der Blase gesucht wird, wird die Blase unter konstantem Druck mit Wasser bis zur maximalen Füllmenge ausgedehnt.

Die maximale Füllmenge wird für 10 Minuten in der Blase belassen und dann wieder abgelassen; danach wird die Blase von neuem langsam gefüllt.

Schon sehr früh im Verlaufe der Beschäftigung mit der Krankheit IC fiel auf: "I have frequently observed that what appeared to be a normal mucosa before and during the first bladder distension showed typical interstitial cystitis on subsequent distension."

John R Hand: Interstitial Cystitis: Report of 223 Cases (204 Women and 19 Men), The Journal of Urology, 1949, 01:2, S. 291

Meine Übersetzung: Ich habe oft beobachtet, dass, was vor und während der ersten Blasen Ausdehnung eine normale Schleimhaut zu sein schien, bei der folgenden Ausdehnung typische Zeichen von interstitieller Zystitis zeigte.

Was liegt da näher, als zu vermuten, dass die zweite Ausdehnung erst diese "typischen Zeichen von interstitieller Zystitis" hervorrief.

Bei gesunden Erwachsenen fasst die Blase 800 bis 1200 ml Flüssigkeit, eine geringere Fassungsmenge von 600 bis 700 ml fasst man als einen Hinweis auf IC auf. Eine um 100 bis 200 ml kleinere Füllmenge als bei "normalen" Erwachsenen begründet (u.a.) die Krankheit IC, die mit belastenden diagnostischen Eingriffen und Dauermedikation behandelt wird. Man sollte sich doch fragen, ob man nicht mit eventuellen geringfügigen Abweichungen vom Normalen und ohne Eingriffe besser lebt.



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